Blindschleiche

Blindschleiche
Foto: Rudmer Zwerver/Shutterstock.com

An dieser Stelle findet sich mit der Blindschleiche mal ein einheimisches Tier wieder, auf das detaillierter eingegangen wird. Da die Blindschleiche entgegen vieler Vermutungen keine Schlange, sondern eine Echse ist, passt dieses schöne Tier ganz besonders hierher.


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Inhalt:

Woher kommt der Name der Blindschleiche?

Der Name „Blindschleiche“ leitet sich in erster Linie aus dem althochdeutschen Wort „plint“ ab, was so viel wie „blendend“ bedeutet. Früher waren auch Bezeichnungen wie Haselwurm oder Hartwurm gebräuchlich, finden aber heute kaum noch Verwendung.

blindschleiche
Eine ausgewachsene Blindschleiche mit den typischen Erkennungsmerkmalen.
Foto: Hagen Görlich / pixelio.de

Der wissenschaftliche Name ist „Anguis fragilis“ und bedeutet übersetzt „zerbrechliche Schlange“. Das Wort „Anguis“ steht für „Schlange“, welches vor dem Hintergrund, dass die Blindschleiche zu den Echsen gehört, sehr irreführend ist. „Fragilis“ bedeutet zerbrechlich und steht wohl für den sehr leicht abbrechenden Schwanz der Blindschleiche.

Übrigens: Die Blindschleiche zählt deshalb zu den Eidechsen, weil sie im Gegensatz zur Schlange über einen Beckenknochen verfügt, was wiederum bedeutet, dass sie vor vielen vielen Jahren auch über Beine verfügte. Die Beine haben sich vermutlich zurückentwickelt, da die Blindschleiche in ihren Verstecken ohne Gliedmaße wesentlich besser vorwärts kommt.

Woran sind Blindschleichen zu erkennen?

Der Körper der Blindschleiche ist auffallend glänzend und sieht erst mal recht „glitschig“ aus. Die Blindschleichen können – je nach Geschlecht und Jahreszeit verschiedene Braun-, Grau und auch Gelbfärbungen vorweisen. Oft besitzen die Blindschleichen auch einen dunklen Streifen oder blaue Punkte/Flecken auf dem Rücken.

Von Schlangen sind die Blindschleichen in erster Linie durch ihre steifere Art der Fortbewegung zu unterscheiden. Die typische „S-förmige“ Art der Fortbewegung der Schlange sucht man bei der Blindschleiche vergebens. Zudem können die Augenlider bei der Blindschleiche im Gegensatz zur Schlange verschlossen werden. Der kleine Kopf geht ohne erkennbaren Übergang in den Körper der Blindschleiche über.


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Eine junge Blindschleiche in der typisch-silbernen Färbung.
Foto: Margrit Widmer / pixelio.de

Bis zu einem halben Meter können ausgewachsene Blindschleichen lang werden. Der Nachwuchs ist Anfangs nur etwa 7 bis 10cm lang. Die jungen Blindschleichen sind im Gegensatz zu den adulten Tieren silbergrau oder gelblich gefärbt – auch bei ihnen ist schon auf dem Rücken die typisch schwarze Linie erkennbar.

Merkmale

  • Gesamtlänge bis zu 52cm
  • Färbung: braun, grau bis gelb
  • Dunkler Streifen auf dem Rücken vom Kopf bis zum Schwanz
  • Oberseite der Jungtiere ist silbergrau
  • Teilweise sind die Blindschleichen blau gefleckt

Wo ist die Blindschleiche überall verbreitet?

In Europa ist die Blindschleiche nahezu überall anzutreffen. Ausnahmen bilden Irland, der Norden Skandinaviens , der Norden Russlands und die meisten Inseln des Mittelmeeres.

Außerhalb Europas findet man die Blindschleiche auch am kaspischen Meer, in Westsibirien und im Nord-Iran vor. Entgegen vieler Behauptungen, kann man heute sagen, dass die Blindschleiche in Amerika nicht vorkommt.

Wie schaut der Lebensraum der Blindschleiche aus?

Die Blindschleiche ist vielerorts anzutreffen. Ob im Wald, am Waldrand, im Park oder im heimischen Garten – die Blindschleiche fühlt sich im Grunde überall dort zu Hause, wo sich sonnige Plätze, viel Vegetation und ein gewisses Maß an Bodenfeuchtigkeit bietet. Am größten ist die Chance, auf eine Blindschleiche zu treffen, vermutlich in Moor-ähnlichen Gebieten.

Möchte man Blindschleichen in Natura sehen, so bieten sich die besten Chancen, wenn man nach einem Regenschauer einen Waldspaziergang macht. (persönliche Erfahrung)

Danke an Jürgen Rögner für die tollen Bilder!

Beliebte Verstecke der Blindschleiche

  • Hohes Gras
  • Unter Steinen und in Steinspalten
  • Unter Ästen und anderem Gehölz
  • Generell: Eher schattige und leicht feuchte Plätze mit festen Strukturen

Die Lebensweise der Blindschleiche

Je nach Wetterlage verlassen die meisten Blindschleichen zwischen Februar und April ihre Winterquartiere. Die Paarungszeit ist in etwa von Mai bis Juni. Die trächtigen Weibchen können in den darauffolgenden Sommermonaten häufiger beim Sonnenbaden auf Steinen oder auf Holzstämmen beobachtet werden.

Der Nachwuchs wird dann zum Ende der Sommersaison abgesetzt – meistens Ende August oder Anfang September. Die Weibchen können bis zu 26 Jungtiere pro Wurf ablegen. Allerdings machen das die Blindschleichen ähnlich wie die lebendgebärenden Schlangen, nämlich nur alle zwei Jahre.

Was frisst die Blindschleiche?

Die Hauptnahrung der Blindschleiche besteht aus Nacktschnecken und Regenwürmern, die mit den spitzen Zähnen der Blindschleiche in „mundgerechte“ Stücke zerkleinert werden können. Darüber hinaus sind auch andere Tierchen wie Spinnen und Insekten für die Blindschleiche interessant.

Über Marvin 98 Artikel
Der Autor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Haltung von Reptilien und schreibt darüber und zu zahlreichen Terraristik-Themen in diesem Blog. Marvin ist gelernter IT-Systemkaufmann und beruflich im Web tätig (web-malocher.de). Zu seinen Haustieren zählen neben den Zwerggeckos auch Leopardgeckos und ein Amerikanischer Collie.

2 Kommentare zu Blindschleiche

  1. Ich finde es gut das wir einen so schlangenähnlichen einheimischen haben 🙂
    Ich mag die Tiere und hatte sogar schonmal eine auf der Hand, habe sie gerettet :mrgreen:

    Grüße Ivonne

  2. In unserem Garten haben wir eigentlich schon immer Blindschleichen ich schicke einige Fotos per Mail die gerne auf der Seite verwendet werden dürfen

    MfG

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