Reptilien in Portugal: Echsen, Schlangen und Schildkröten

Portugal und seine dazugehörigen Inseln beheimaten über 30 unterschiedliche Reptilienarten

Der Praia da Marinha in Portugal
Der Praia da Marinha ist ein Strand an der Algarve, der südlichsten portugiesischen Provinz. Foto: Fosterss/bigstockphoto.com

Portugal und seine dazugehörigen Inseln beheimaten über 30 unterschiedliche Reptilienarten. Die feuchten Wälder in Portugals Norden, die mediterrane Sandalgarve im Süden und die Hügel und Berge des Hinterlandes dienen einer vielfältigen Auswahl an Eidechsen und Schlangen als Heimat.

Geckos

In Portugal leben drei unterschiedliche Arten Geckos. Der Europäische Halbfinger (alternativ: Türkischer Halbfingergecko) sowie der Mauergecko bewohnen die südliche Hälfte Portugals. Dieser Teil des Landes zeichnet sich durch ein trockeneres, mediterranes Klima aus, welches von einer Reihe von Reptilien bevorzugt wird. Während der Mauergecko vornehmlich in der Küstenregion anzufinden ist, kommen die Europäischen Halbfinger vermehrt im Binnenland vor. Beide Arten können bis zu 16 cm lang werden und sind nachtaktiv. Portugals dritte Gecko Art, der Selvagens Gecko, ist ausschließlich auf der unbewohnten Inselgruppe Ilhas Selvagens, 280 km westlich von Madeira, beheimatet.

Geckos bevorzugen steinige und trockene Lebensräume, weswegen sie auf Felsen, Mauern und nahe menschlichen Behausungen anzutreffen sind. Besonders der Mauergecko zeigt Menschen gegenüber wenig scheu und kann inmitten von Dörfern und Städten beobachtet werden. Urlauber, welche z. B. im Rahmen einer Yoga-Reise in Portugal weilen, können damit rechnen, einige dieser Tiere aus der Nähe zu sehen zu bekommen.

Chamäleons, Echsen und Schildkröten

Portugal und Spanien beheimaten die Iberische Smaragdeidechse. Es handelt sich um einen Ableger der Riesen-Smaragdeidechse. Die Tiere können bis zu 40 cm lang werden, wobei der Schwanz alleine zwei Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Bei Gefahr kann die Echse ihren Schwanz abstoßen, um einem Räuber zu entkommen. Während der Paarungszeit färben sich die Kehlen der Männchen smaragdgrün. Smaragdeidechsen bevorzugen steiniges Gelände mit dichtem Bewuchs und nahe gelegenen Wasserläufen.

Im Süden und Osten Portugals leben Spanische Sandläufer. Die scheuen Tiere sind Verwandte des wesentlich größeren Algerischen Sandläufers und bevorzugen sandigen Untergrund. Im Gegensatz dazu ziehen die einheimischen Blindschleichen die feuchteren Wälder in Portugals gemäßigtem Norden vor. Ebenfalls im nördlichen Teil beheimatet sind die Bocages Mauereidechse und die Iberische Gebirgseidechse. Letztere kann, entgegen ihrem Namen, im Gebirge und im Tiefland angetroffen werden. Portugal ist zusammen mit Spanien der einzige Ort in Europa, in welchem Doppelschleichen verbreitet sind. Die Tiere ähneln in ihrem Äußeren eher Regenwürmern und leben unterirdisch.

Mit einer durchschnittlichen Länge von 60 bis 65 cm ist die Perleidechse die größte Eidechsenart Portugals. Ihren Namen verdankt sie ihren perlförmigen Schuppen. Sie ist in ganz Portugal heimisch, bevorzugt jedoch trockene und steinige Biotope. Die Pinienwälder und Dünen der Sandalgarve sind eine Heimat für das gewöhnliche Chamäleon. Die 20 bis 30 cm langen Tiere sind berühmt für ihre veränderliche Färbung. Portugals Küste ist Lebensraum für diverse Schildkrötenarten, darunter die Meeresschildkröte, die Lederschildkröte und die Maurische Bachschildkröte.

Schlangen

Unter den in Portugal lebenden Schlangenarten dominieren die Nattern. Die meisten dieser Schlangen sind ungiftig. Ringelnattern und Hufeisennattern können überall angetroffen werden. Die bis zu 1,7 m lange Treppennatter bevorzugt Weinanbaugebiete. In der Nähe von Tümpeln und Feuchtgebieten kommen häufiger Vipernattern vor, während die Girondische Glattnatter trockene Ödländer und Gemäuer bevorzugt.

Es gibt vier giftige Schlangen in Portugal. Die Eidechsennatter und die Kapuzennatter haben ihre Giftzähne im hinteren Teil ihres Mauls. Im Zuge eines normalen Bisses wird kein Gift injiziert. Während eines längeren Bisses kann das Gift eingekaut werden. Für den Menschen gefährliche Bisse sind extrem selten. Die Eidechsennatter ist in ganz Portugal beheimatet, während die Kapuzennatter auf den südlichen Landesteil beschränkt ist.

Gefährlich für Menschen sind hingegen die Stülpsnasenotter und die Nordiberische Kreuzotter. Die Stülpsnasenotter kann an dem Horn über ihrer Nase erkannt werden. Sie ist selten, kann jedoch in ganz Portugal angetroffen werden, wobei sie bergige Gegenden bevorzugt. Die Schlange neigt dazu, schnell und ohne Vorwarnung zuzubeißen. Die Nordiberische Kreuzotter ist scheuer und zieht die feuchten Regionen im Norden Portugals vor.

Über Marvin 1 Artikel
Der Autor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Haltung von Reptilien und schreibt darüber und zu zahlreichen Terraristik-Themen in diesem Blog.

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