Die Eidechse: Ein Reptil unserer Heimat

Eidechse im Unterholz
Eidechse im Unterholz - Foto: Wolfgang Dirscherl

Die Eidechse (auch: Echte Eidechse) ist fast auf der ganzen Welt anzutreffen – die einzige Bedingung ist, dass es verhältnismäßig warm sein muss. Ausnahmen sind Regionen, in denen es beinahe ganzjährig kalt und eisbedeckt ist. Dazu zählen etwa Grönland und die Antarktis.


Anzeige

Hierzulande lebt die Eidechse vorzugsweise in Steinritzen oder unter Baumwurzeln. Grundsätzlich gilt die Eidechse als reiner Bodenbewohner und kann – je nach Art – eine Länge von bis zu 90cm erreichen.

Was die Eidechse grundsätzlich von anderen Echesen wie Geckos, Leguanen oder Waranen unterscheidet, ist, dass sie keine Haftzehen, Rückenkämme oder Kehlsäcke besitzen. Sie haben insgesamt fünf Finger und fünf Zehen, mit denen Sie auch graben können.

Die Pupillen der Eidechsen sind rund und die Augenlider frei bewegleich. Der Körper der Eidechse ist komplett beschuppt. Die Rückenschuppen sind in der regel kleiner als die Bauchschuppen, die auch optisch hervorstechen.

Die Eidechsen-Weibchen sind von der Erscheinung her meistens ein wenig „blasser“ und weniger farbenfroh wie die Männchen. Das kann aber natürlich auch je nach Eidechsen-Art unterschiedlich sein.

Wie viele Eidechsen-Arten gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Eidechsen-Arten auf der Erde. Man geht derzeit von etwa 300 Arten aus, welche in 40 Gattungen unterschieden werden können.

In Europa sind die folgenden Eidechsen-Arten am häufigsten anzutreffen:

  • Zauneidechse
  • Mauereidechse
  • Smaragdeidechse
  • Berg oder Waldeidechse

Die heimischen, sprich in Deutschland lebenden Eidechsen gelten allerdings größtenteils als bedroht, da ihr natürlicher Lebensraum mehr und mehr zerstört wird.

Wovon ernährt sich die Eidechse?

Je nach Art und Größe der Eidechse fällt die Ernährungsweise sehr unterschiedlich aus. In der Regel fallen aber folgende Tiere in den Speiseplan:

  • Spinnen
  • Wespen
  • Würmer
  • Raupen
  • Käfer

Darüber hinaus können aber auch größere Insekten und Schnecken in das Futterraster fallen.

Welche natürlichen Feinde hat die Eidechse?

zauneidechse im unterholz
Eine Zaun-Eidechse im Unterholz.
Foto: Marvin Siefke / pixelio.de

Die Eidechse lebt leider relativ gefährlich, da viele Vögel wie zum Beispiel Bussarde große Gefahren darstellen. Darüber hinaus zählen aber auch Schlangen, störche und sogar Katzen zu den natürlichen Fress-Feinden der Eidechse.

Wo überwintert die Eidechse?

Die Eidechse gilt als recht wetterfest und wechselwarm, was so viel bedeutet wie, dass sich die Temperatur (Körpertemperatur) der Eidechse der Umgebungstemperatur anpassen kann. Im Winter suchen Sie gerade bei eisigen Temperaturen gerne Unterschlupf in Steinritzen, graben sich in die Erde ein oder finden ein relativ warmes Plätzchen unter Baumwurzeln. Sie verharren so lange in dieser Umgebung, bis die Kälte nachlässt – sie verfallen also in eine Art Winterstarre. Sobald der Frühling vor der Tür steht, geht es dann wieder auf die Piste.

Die Fortpflanzung der Eidechse

Bei den Eidechsen erfolgt die Paarungszeit stets im Frühling mit Beginn der ersten Sonnenstrahlen. Die Männchen nehmen zu diesem Zeitpunkt eine auffälligere Farbe an und verteidigen ihr Revier aggressiver gegen aufdringliche Rivalen. Bei Auseinandersetzungen kann es sogar zu schlimmen Verletzungen oder zum Tod einer männlichen Eidechse kommen.

eidechse
Zaun-Eidechse beim Sonnenbad.
Foto: Stephan Bratek / pixelio.de

Die Eidechsen-Weibchen mögen am liebsten einen großen und starken Partner für die Paarung und wählen deshalb jenes Männchen für die Paarung aus, welches sich bei der Balz gegenüber den Anderen bewährt hat.

Zu 80% legen die Eidechsen nach der Fortpflanzung Eier ab, es gibt jedoch einige wenige Arten, welche lebendige Junge gebären.

Nach dem Liebesakt vergehen in der Regel etwa 10 Tage, bis die Eier zur Ablage bereit sind. Oft sind es bis zu 6 Eier, die das Weibchen ablegen kann. Die Eier werden vorzugsweise in sand-ähnlichen Untergrund abgelegt und entwickeln sich dort in zwei bis drei Monaten. Dabei gilt: Je Wärmer, desto eher schlüpfen die jungen Eidechsen. Der Schlüpf-Vorgang dauert in der Regel wenige Stunden.

Über Marvin 107 Artikel
Der Autor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Haltung von Reptilien und schreibt darüber und zu zahlreichen Terraristik-Themen in diesem Blog. Marvin ist gelernter IT-Systemkaufmann und beruflich im Web tätig (web-malocher.de). Zu seinen Haustieren zählen neben den Zwerggeckos auch Leopardgeckos und ein Amerikanischer Collie.

1 Kommentar zu Die Eidechse: Ein Reptil unserer Heimat

  1. Ein sehr gelungener Beitrag 🙂

    Ich finde es interessant auch mal etwas über unsere heimischen Reptilien etwas zu lesen.
    Macht weiter so.

    Liebe Grüße Nico

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Blindschleiche: Ein Reptil unserer Heimat | zwerggeckos

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*