Ringelnatter Steckbrief: Nahrung, Größe, Lebensraum und mehr

Eine Ringelnatter in freier Wildbahn
Die Ringelnatter ist in ganz Europa mit Ausnahme der Inseln und Irland verbreitet. Foto: Dr.Pixel/Shutterstock.com
Ringelnatter Steckbrief: Nahrung, Größe, Lebensraum und mehr
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Die früher als Glücksbringer verehrte ungiftige Ringelnatter erfreut sich heutzutage einer anderen Ehre: Sie steht auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Ihr angestammtes Habitat in Nähe von Wasser wie Tümpeln, Weiher, Feuchtwiesen oder langsam fließenden Gewässern wird zunehmend durch Baumaßnahmen eingeschränkt. Aus Angst vor Gift werden Ringelnattern zuweilen von unwissenden Menschen getötet.

Aussehen und Namen

Eine Ringelnatter weist eine hell- bis dunkelgraue Grundfarbe auf, die mit einigen dunkleren Flecken durchsetzt ist. Auf dem Hinterkopf befinden sich die charakteristischen gelblichen halbmondfärmigen Flecken, die sie von anderen Natterarten unterscheiden. Die Pupillen sind rund, was ungiftige Schlangenarten auszeichnet. Diese Flecken wurden früher als Krone gedeutet und sind in vielen zeitgenössischen Märchen wiederzufinden. Hier wird der alte Name „Unke“ erwähnt, auch Kuk oder Schnake waren gebräuchlich. Ausgewachsene Männchen werden ca. 75cm groß, Weibchen typischerweise zwischen 85cm und 110cm.

Verbreitung und Lebensraum

Die Ringelnatter ist in ganz Europa mit Ausnahme der Inseln und Irland verbreitet. Ausläufer der Population sind bis ins südliche Sibirien und nördlichen Iran zu finden.
In bergigen Gegenden sind Ringelnattern bis in 2000 Meter Höhe anzutreffen. Sie bevorzugen hierbei offene bis halboffene Habitate mit Wasserzugang. Ideal sind Landschaften mit Bächen, Grabensysteme, Teiche und Sümpfe, die in Wassernähe trockene Bereiche aufweisen, die zur Eiablage und Überwinterung genutzt werden können. Durch Trockenlegung feuchter Wiesen oder an Bachläufe angrenzender Grünflächen verlieren die Tiere große Teile ihrer Jagdreviere. Es werden dabei gelegentlich ihre Eiablageplätze zerstört, was unter Umständen eine ganze lokale Population nachhaltig schädigen kann.

Lebensweise

Als wechselwarme Lebewesen sind Ringelnattern stark von der Umgebungstemperatur abhängig. Die Überwinterung endet in der Regel im März oder April, danach schöpfen die Tiere kraft mittels intensiven Sonnens. Danach beginnt der Paarungszeitraum mit Eiablage von Juni bis August. Die Jungtiere schlüpfen Ende Juli bis September. Im Herbst wieder sinkende Umgebungstemperaturen bewegen die Ringelnatter dazu, bis Ende Oktober ihre Winterquartiere aufzusuchen. Dies sind oft hohle Bäume oder Reisighaufen, in denen sie geschützt überwintern können. Ideale Lebensbedingungen herrschen bei Vorhandensein von Wasser in der Nähe dieser Quartiere, da die Hauptnahrung aus Amphibien besteht. Jungtiere fressen bevorzugt Kaulquappen, Molche und Froschlurche, während ältere Tiere Kröten, Frösche, kleine Fische oder Vögel verspeisen. Eine Ringelnatter ist ungiftig und scheu. Bei Kontakt versucht diese zu flüchten. Erst, wenn dieses nicht gelingt, versucht sie Angriffe zu simulieren oder stellt sich schockartig tot, um ignoriert zu werden.

Artenschutz

Aufgrund der zunehmenden Gefährdung und Rückgang der gesamten Population steht die Ringelnatter in Deutschland auf der roten Liste der gefährdeten Arten und ist laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt. Dies bedeutet, dass eine Ringelnatter weder gestört,noch gejagt oder gar getötet werden darf. Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität der Ringelnatter umfassen Schaffungen von Amphibiengewässern als ganzheitliche Maßnahmen und Sicherung von Eiablageplätzen.