Kornnatter: Haltung im Terrarium

Kornnatter
Foto: KAMONRAT/Shutterstock.com

Die Kornnatter gilt bei vielen Terraristik-Freunden als äußerst beliebt. Kein Wunder: Ihre Ansprüche an die Haltung sind vergleichsweise gering, weshalb sich Kornnattern grundsätzlich auch für Terraristik-Einsteiger eignen. Die Kornnatter zeichnet sich durch besondere Ausgeglichenheit und Friedfertigkeit aus. Optimale Voraussetzungen für die Haltung im heimischen Terrarium also.


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Im Vergleich zu anderen Schlangen ist die Kornnatter recht klein gewachsen. Man spricht von einer maximalen Länge von etwa 1,50m. Das Terrarium zur Haltung der Kornnatter muss also nicht zwangsweise ganze Kellerräume oder Zimmer einnehmen. Kornnatter-Interessenten sollten sich allerdings bewusst sein, dass die schönen Tierchen zwischen 15 und 20 Jahre alt werden können. Aus diesem Grund sollte der Wunsch, eine Kornnatter zu halten, groß (genug) sein. Es ist nämlich sehr schade, wenn die Tiere nach kurzer Zeit auf Grund von Desinteresse wieder abgegeben werden müssen.

Schon gewusst? Kornnattern sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Es wird also relativ selten vorkommen, dass man sie am Tage sieht. Viele Halter von Kornnattern berichten, dass sie Ihre Schlangen manchmal tagelang nicht zu Gesicht bekommen. Für Menschen, die tagsüber ihrer Arbeit nachgehen, sind nachtaktive Terrarientiere allerdings optimal. Ihre Beute jagen sie übrigens ebenfalls vorzugsweise in der Dämmerung. Die Fütterung sollte also nicht tagsüber erfolgen.

Weit verbreitet sind diese Schlangen in der Mitte und im Osten der USA  bis nach Nordmexiko. Die Kornnatter findet man auf Kornfeldern, verwilderten Plantagen, sonnigen Kieferwäldern, an Straßenrändern und in alten Mauerwerken. Sehr gern nutzt die Kornnatter auch unterirdische Nagetierbauten als Versteck, daher ist sie auch sehr schwer zu entdecken.

Aussehen der Kornnatter

Die Schlangen können eine Länge bis über 1,80 m erreichen. Der Körper der Kornnatter ist schlank. Der Kopf ist klein und abgesetzt mit runder Pupille. Die Schlangen sind auffällig und besonders schön gefärbt. Die Körperfarbe variiert von rostbraun über orangerot bis ziegelrot. Den Rücken und die Flanken verzieren gleichmäßig rotbraune Flecke. Der erste Fleck auf dem Hals teilt sich in zwei nach vorne verlaufende Stränge. Diese enden sperrspitzenartig zwischen den Augen. Von der Kopfoberseite verläuft eine Binde über die Augen bis zum Mundwinkel. Der cremefarbige Bauch ist schieferfarbig gefleckt und die Schuppen schwarz gekielt.

Lebensweise der Kornnatter

Kornnattern sind während der Frühjahrsmonate vorwiegend tagaktiv. Während des Sommers kommt sie nur in der Dämmerung oder nachts aus ihren Verstecken. Die Schlangen klettern gern und gut. Jedoch sind sie hauptsächlich Bodenbewohner.

Zwischen den Monaten November und Februar erfolgt eine Winterruhe bei 12 bis 15 °C, falls Nachzucht gewünscht wird.

Haltung der Kornnatter

Kornnattern zählen zu den beliebtesten in der Gefangenschaft gehaltenen Schlangen. Aufgrund der unzähligen Züchtungen wird ständig das Farbspektrum dieser anmutigen Schlängen vergrößert. Diese Nattern sind sehr pflegeleicht und dadurch auch die ideale Anfängerschlange.

Es sollte ein Schlangen Terrarium (halbtrocken) eingerichtet werden. Nach Möglichkeit sollte Quarzsand als Bodensubstrat Verwendung finden. Wichtig sind Kletteräste, Unterschlupfmöglichkeiten unter Steinen oder Rindenstücken und nicht zu vergessen eine Bodenheizung in Form von Heizmatten. Das Badebecken muss der Größe der Schlange entsprechen.

Tagsüber ist eine Temperatur zwischen 22 und 28 °C ideal. Während der Nacht sollte sie auf 18 bis 20 °C gesenkt werden. Die Wassertemperatur muss 18 bis 22 °C und die Luftfeuchtigkeit 50 bis 70 % betragen. Gelegentlich ist eine Besonnung empfehlenswert. Daneben ist eine 12stündige Beleuchtung mit UV-Anteil notwendig. Es können mehrere Schlangen gleicher Größe gut zusammen gehalten werden. Bei einer paarweisen Haltung muss das Terrarium dann mindestens eine Größe von 120x60x120 cm aufweisen. Bei der Haltung eines dritten Tieres muss schließlich die Grundfläche um 20 % vergrößert werden.

Kornnatter (Elaphe guttata): Haltung und Infos
Foto: small1/Shutterstock.com

Nahrung der Kornnatter

Die Kornnatter frisst Kleinsäuger wie Ratten und Mäuse, Küken, Vögel, Echsen und Frösche. Sie erdrosselt ihre Beute. Man kann die Schlange aber auch problemlos an tote Futtertiere gewöhnen.

Fortpflanzung der Kornnatter

Die Kornnatter ist eierlegend. Im Frühjahr erfolgt die Paarung. Zwischen Mai und Juli wird das Gelege abgesetzt. Es besteht aus 12 bis 21 verklebten Eiern. Nach rund zwei Monaten schlüpfen dann die Jungen. Sie sind 20 bis 24 cm lang und fressen nach der ersten Häutung nackte Mäuse. Die Jungtiere lassen sich leicht und problemlos aufziehen.

Kornnatter-Terrarium

Viele Kornnatter-Interessenten stellen sich die berechtigte Frage nach der Größe des Terrariums. Da die Kornnatter mit max. 1,50m Länge als relativ klein zu werten ist, benötigt diese Schlange weniger Platz als andere Artgenossen. Jedoch ist es dem Tier natürlich zuträglich, wenn das Terrarium möglichst großzügig gewählt wird. Es existieren Mindestgrößten, die nicht unterschritten werden sollten. Die Mindestgröße berechnet sich wie folgt:

Länge der Kornnatter in cm x (1 x 0,5 x 1)= L x T x H in cm

Beispiel

Eine Kornnatter mit einer Körperlänge von 120 cm benötigt ein Terrarium mit den folgenden Mindestmaßen:

120 x 60 x 120 (L x T x H)

Kornnattern lieben es, auch ein wenig in die Höhe zu „klettern“. Somit sollte das Terrarium im Zweifel immer mehr Höhe als Tiefe vorweisen können. Dann klappt es auch mit der artgerechten Haltung. Für jede weitere Kornnatter, die zugesetzt wird, rechnet man üblicherweise 20% auf die Größe des Terrariums drauf. Mehr Tiere = Mehr Platz. Logisch. Es eignen sich übrigens sowohl Holzterrarien als auch Glasterrarien.

Kornnatter-Haltung leicht gemacht

Temperatur

Kornnattern gelten unter anderem auch in Bezug auf die Temperatur und das Klima innerhalb des Terrariums als ziemlich robust. Die Durchschnittstemperatur sollte zwischen 24° und 28° liegen. Eine extra ausgerichtete Wärmelampe sorgt punktuell für eine erhöhte Wärmeentwicklung. Unterhalb dieses Hotspots sollte es etwa 35° warm sein.

Bei Nacht: In ihrer natürlichen Lebensumgebung ist die Kornnatter es gewohnt, dass es nachts abkühlt. Somit kann auch die Temperatur im Terrarium heruntergefahren werden. Am besten ist es, wenn via Zeitschaltuhr die Beleuchtung ab einer bestimmten Uhrzeit (beispielsweise 22 Uhr) eingestellt wird. Dann kühlt das Terrarium im Laufe der Nacht automatisch auf Zimmertemperatur (20°) ab.

Luftfeuchtigkeit

Kornnattern bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50% und 60%. In der Nacht darf diese sogar auf bis zu 70% ansteigen. Gelegentliches sprühen reicht also vollkommen aus. Zusätzlich bietet es sich an, feuchtes Moos in das Terrarium zu geben. So ist immer eine gewisse Luftfeuchtigkeit gewährleistet.

Bodengrund und Einrichtung

Als Bodengrund kann „normale“ Terrarienerde verwendet werden. Etwas Rindenmulch oder ein Sand/lehm-Gemisch tun es allerdings auch. Für die artgerechte Haltung der Kornnatter ist es wichtig, dass gute Versteckmöglichkeiten geboten werden. Diese können idealerweise mit Moos ausgelegt werden, denn darin fühlt sich die Kornnatter super wohl. Moos wird vor allem vor, während und nach der Häutungsphase aufgesucht. Die Feuchtigkeit des Moos begünstigt die Häutung der kleinen Kornnatter. Pflanzen sind eigentlich nicht zwingen nötig. Damit das Terrarium optisch besser wirkt wird allerdings gerne Efeu verwendet. Bei echtem Efeu sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht mit Chemikalien belastet ist, da das sonst gefährlich für das Tier enden könnte. Im Zweifel bietet sich künstliche Terrarienpflanzen an.

Über Marvin 107 Artikel
Der Autor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Haltung von Reptilien und schreibt darüber und zu zahlreichen Terraristik-Themen in diesem Blog. Marvin ist gelernter IT-Systemkaufmann und beruflich im Web tätig (web-malocher.de). Zu seinen Haustieren zählen neben den Zwerggeckos auch Leopardgeckos und ein Amerikanischer Collie.

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