Tigerpython: Infos zur Haltung im Terrarium

Eine gelbe Tigerpython im Terrarium
Ist sie nicht wunderschön, die Tigerpython? Foto: Yury Puzanov/Shutterstock.com
Tigerpython: Infos zur Haltung im Terrarium
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Wer Halter einer Tigerpython sein möchte, muss einiges bedenken. Obwohl Tigerpythons klimatisch flexible Tiere sind, sollte die Größe des Terrariums passend abgestimmt werden. Auch die Gestaltung des Umfelds, des Untergrundes und die Auswahl des Futters sollen möglichst naturgetreu sein. Wer sich daran hält, wird ein glückliches Tier haben.

Tigerpythons (Terrarien-Bibliothek)
  • Henry Bellosa
  • Herausgeber: Natur und Tier
  • Auflage Nr. 1 (01.04.2013)
  • Taschenbuch: 112 Seiten

Wo lebt die Tigerpython?

Es gibt helle und dunkle Tigerpythons. Ihre Verbreitung erstreckt sich von Pakistan über Sri Lanka bis nach Neapel und Thailand. Beide Arten besiedeln ein beachtliches Spektrum am Wäldern wie der Regenwald, Bergwald, Magrovenwald und sogar Sumpfland. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Tigerpythons auch in trockenen, sandigen und steinigen Gegenden aufhalten. Vorausgesetzt in der Nähe befindet sich ein Gewässer. Obwohl sie sich Menschen nicht direkt nähern, halten sich die Schlangen in der Nähe besiedelter Gegenden auf.

Erkennungsmerkmale einer Tigerpython

Eine Tigerpython erreicht eine Länge wischen 4 und 5,5 Meter. Sie zählt deshalb zu den Riesenschlangen Die Männchen sind häufig kleiner als die Weibchen. Das Gewicht kann unglaubliche 52 und 100 Kilogramm betragen. Der Rücken der Tigerpythons hat dunkelbraune, schwarz umrandete Flecken, die eher rechteckig aussehen. Zwischen hellen und dunklen Tigerpythons kann man ganz einfach unterscheiden: Die Grundfarbe der hellen Pythons besteht aus einem hellen Grau, bei der dunklen Python aus hellem braun bis hin zu einem gelblichen Stich.

Das Verhalten der Tigerpython

Tigerpythons sind nachtaktive Tiere und können bis zu 30 Jahre alt werden. Sie bewohnt vorwiegend den Boden und versteckt sich hinter Geäst, um ungesehen Beute jagen zu können. Auch sind sie gute Kletterer. Sind Seen in der Nähe, halten sich Tigerpythons gerne darin auf. In Gruppen leben sie häufig mehrere Monate lang in einem Versteck zusammen. Bevorzugt werden Orte mit milden Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Ihr Beuteschema ist recht ausgeprägt. Von einem kleinen Nagetier angefangen, jagen Tigerpythons Beute von einer Größe einer Gazelle oder gar eines Leopard.

Haltung im Terrarium

Auf Grund der Größe der Schlange sollte man ein geeignetes Terrarium kaufen. Die Körperlänge der Schlange entspricht die Breite, die Hälfte der Körperlänge die Tiefe und Höhe des Terrariums. Bei einer Körperlänge von ca. 3 Metern multipliziert man mit 0,5 bzw. 0,75. Da sich der Lebensraum in Freiheit flexibel gestaltet, sollte dieses ebenso im Terrarium gegeben sein. Als Versteckmöglichkeiten dienen starke Äste oder Korkrinde. Der Untergrund sind Buchenspäne und Hanfpellets sicher eine gute und natürliche Möglichkeit, schimmeln allerdings nach kurzer Zeit und müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Als Alternative eignet sich Pinienrinde hervorragend. Wer allerdings auch Kosten sparen möchte, ist mit einfachem Zeitungspapier oder Kunstrasen hygienisch gut bedient. Nicht zu vergessen ist ein großzügiges Wasserbecken mit ca. 27 Grad Wärme. Darin häuten sich die Schlangen gerne oder verrichten ihr „Geschäft“.

Umgebungsausbau für das Terrarium

Da sich Tigerpythons auch in ihrem Lebensraum gerne bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad aufhalten, sollte im Terrarium ein kühler Bereich zwischen 26-28 Grad und ein warmer Bereich zwischen 35-40 Grad vorhanden sein. Dadurch herrscht eine gewisse Luftfeuchtigkeit, die tagsüber bei ca. 60 % und nachts bei bis zu 90 % liegen sollte. Eine hohe Luftfeuchte ist kaum einzuhalten, es wird auf Grund Pilz- und Bakterienentstehung eine geringere Luftfeuchte im Terrarium empfohlen. Die Wärme kommt, wie in der Natur, immer von oben. So sollte es auch im Terrarium sein. Sollte der Bereich zu kalt werden, kann man mit einem Wärmekissen gut aushelfen. Von UVB-Strahlen sind die Schlangen nicht abhängig, da Vitamin D hauptsächlich über die Beute aufgenommen wird.

Die richtige Nahrung

Für Tigerpythons ist es natürlich, aller Art von Beute zu jagen und zu verschlingen. Sie jagt nach Geruch und Körpertemperatur der Beutetiere. Dass man als Halter selbstverständlich kein Wildschwein verfüttern kann, liegt klar in der Hand. Das Beutetier sollte nach Größe der Tigerpython ausgewählt werden. Eine Hausratte oder ein Stallhase sind hier die geeignetsten Beutetiere. Allgemein sollte die Beutevergabe bei 4 bis 5 Kilogramm liegen. Es ist sinnvoll, Beutetiere einige Tage vor Fütterung zu kaufenund mit Gemüse zu ernähren, damit auch die Tigerpython gesund isst und bleibt. Da Schlangen nach Geruch agieren, sollte der Halter vor Fütterung gründlich die Hände waschen wenn noch andere Tiere im Haushalt leben. Für die Fütterung sollte ein Ort außerhalb des Terrariums gewählt werden. Wichtig ist, die Fütterung zu beobachten, denn Futtertiere könnten die Tigerpython aus Panik verletzen. Danach kann die Schlange im Anschluss abgeduscht werden, um Reste und Gerüche des Futtertiers zu beseitigen.

Von Gewohnheiten absehen

In der Natur hat die Tigerpython durchaus ihre Gewohnheiten.Bei der Fütterung sollte der Halter dieses allerdings nur bedingt einhalten. Dort, wo die Schlange gefüttert wird, ist auch instinktiv ihr Jagdrevier. Ein anderer Ort ist deshalb ein Muss! Um Gewohnheiten nicht zu verstärken, sollten die Fütterungszeiten ebenso flexibel gehalten werden. Würde immer die gleiche Zeit gewählt, ist auch die Tigerpython darauf eingestellt. Findet die Fütterung nicht statt, reagiert die Tigerpython unruhig und angespannt auf Bewegungen in ihrer Umgebung. Jagderfolge haben teilweise einen Abstand von mehreren Wochen oder Monaten.

Über Marvin 136 Artikel
Der Autor beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Haltung von Reptilien und schreibt darüber und zu zahlreichen Terraristik-Themen in diesem Blog.

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